Die US Pop-Punk-Band All Time Low sind melden sich mit ihrem sechsten Studioalben zurück auf den großen Teppich der Musikindustrie! Future Hearts - wie das gute Stück sich nennt - wurde am 07. April diesen Jahres veröffentlicht und spricht dafür, dass die Jungs aus Baltimore ihrem Stil Treu geblieben sind.
Aus der Vergangenheit sind wir von All Time Low energiereiche Pop-Punk-Musik gewoehnt, welche sich in ihren durchwegs bekannten Songs niederschlug. Doch hinter der fröhlichen Fassade ihrer Musik verbergen sich einfühlsame Texte, die das Leben in allen möglichen Fassetten beschreiben: die erste Liebe, das Ende einer Beziehung, Selbstzweifel und die Lust am Leben sind immer dabei. Man kann bei ihren Lieder weinen, obwohl die Melodien so fröhlich sind. Und genau das macht All Time Low aus: so konträr wie sie sind, so bedeutsam ist ihre Musik.
Was erwartet uns auf ‚Future Hearts‘?
Eine Frage, tausend Antworten: ein solides Album mit seinen Höhen und tiefen, welches auf ganzer Strecke aber voll überzeugt und Spaß macht. Natürlich soll das nicht alles gewesen sein, wir gehen das Album in näherem Detail Stück für Stück durch.
Los geht es mit dem Song „Satellite“ und einem basslastigen Gitarrenintro und powervollen Drums im späteren Verlauf. Es erinnert an eine Hymne zum Auftakt des Albums, ein kleiner Vorgeschmack auf das was kommt - zum Ende wird es jedenfalls laut.
Weiter geht es mit „Kicking & Screaming“, welcher durchaus schnell beginnt, in den Versen aber abflacht. Der Chorus ist dann wieder flott und fügt sich für den Song gut in das Gesamtbild ein - ist jedoch auch nichts besonderes. Man wollte vielleicht teilweise in die Screamo Richtung gehen, hat sich aber nicht getraut, das auch wirklich konsequent durchzuziehen.
Der nächste Song ist die bereits im Vorfeld veröffentliche Single „Something’s Gotta Give“, welcher mit freudigem Rhythmus eröffnet. Der Chorus ist auch in diesem Lied wieder besser als der Verse - ein Phänomen das sich durch das gesamte Album zieht. Eine gelungene Singleauskopplung, auch wenn die „oh yeah’s“ gerne durch etwas anderes ersetzt werden dürften.
„Kids In The Dark“ fügt sich nahtlos ein, powervoller Chorus trifft auf Singsang im Verse.
„Runaways“ erinnert fast ein wenig an Panic! At The Disco, lässt aber trotzdem dem typischen All Time Low Sound nicht vermissen. Bisher ist dieser auch mein Lieblingssong, der Chorus spricht dabei jedem aus der Seele, der einfach dem Alltag entfliehen und Abenteuer erleben möchte.
In „Missing You“ geht es etwas ruhiger zu, es geht (wie der Titel indiziert) um ein wenig Herzschmerz. Alles in allem ein solider Song.
Die Drums eröffnen sehr schön auf „Cinderblock Garden“, welcher auch ein catchy Gitarrenriff durch den ersten Verse spielt. Auch bei diesem Song möchte man am liebsten in der Sonne auf der Wiese tanzen und alles vergessen.
„Tidal Waves“ ist wieder ein ruhiger Song, welcher zwar durch gefühlvolle Lyrics zu bestechen weiß, dies aber musikalisch meiner Meinung nach nicht ganz umsetzen kann.
Konträr dazu geht es mit „Don’t You Go“ weiter, welcher mit verspielten Vocals bis zum kraftvollen Chorus verläuft, welcher zum mitsingen einlädt. Ehrlich gesagt sind die Lyrics hier etwas flach.
Das Gefühl, ein neues Album von Simple Plan zu hören setzt sich bei „Bail Me Out“ fort, ein eher zweitklassiger Song auf diesem Album. Nichts besonderes, der Chorus ist wirklich sehr einfallslos und auch sonst kann dieser Song durch nichts wirklich herausstechen.
Der meiner Meinung nach zweitbeste Song des Albums „Dancing With A Wolf“ ist wieder ein eher fordernder Song, welcher beständig nach Vorne marschieren will, aber nie den großen Ausbruch erlebt. Trotzdem sind hier Verse und Chorus sehr schön, der Song wird nie flach und man hat wieder einen schönen homogenen Song der durchmarschiert. Endlich sind auch die Lyrics wieder das war sie früher waren: tiefgründig und mit Aussagekraft. All Time Low haben also immer noch was zu sagen.
Nach diesem Song voller Power kehrt mit „The Edge of Tonight“ wieder etwas Ruhe ein. Der Chorus erinnert wieder an große Hymnen der Welt, ist aber eher der kleine Bruder davon. Vielleicht beinhaltet der Song ein wenig zu viel Herzschmerz.
Abgeschlossen wird das Album mit dem Song „Old Scars - Future Hearts“. Und hier wird es noch einmal richtig groß. Der Song hat Power, Aussagekraft und marschiert gekonnt nach vorne und hat einen Chorus zu dem man am liebsten wieder springen würde. Auch hier spielen All Time Low wieder ihre große Stärke der aussagekräftigen Lyrics aus.
Was heißt das insgesamt?
Das Album kommt in dieser Review schlechter rüber, als es in Wirklichkeit ist. In seiner Gesamtheit kann das Album auf jeden Fall überzeugen, wie bereits gesagt hat es seine Höhen und Tiefen, aber nichtsdestotrotz sind die meisten Songs durchaus gut bis sehr gut.
Was sehr auffallend ist und sich durch das gesamte Album zieht ist die Ähnlichkeit und die Anlehnung an Songs, welche in den großen Stadien der Welt gespielt werden. Das bedeutet nicht, dass All Time Low sich berühmte Songs genommen und diese einfach ein wenig verändert haben. Man wird schlicht das Gefühl nicht los, dass All Time Low mit diesem Album ganz hoch hinaus wollen - und meinetwegen hätten sie das auch verdient. Es gibt viele Passagen, die sich hervorragend machen würden, wenn sie von tausenden Fans bei einem Open Air Konzert mitgesungen werden und die Drums kämen in einem großen Stadion absolut wunderbar zur Geltung. Auch gibt es viele Parts, die die Crowd zum mitsingen einladen. Dieses Album in den Stadien dieser Welt würde ganz hervorragend funktionieren. Noch sind die Jungs zumindest bei uns in Deutschland eher klein anzusiedeln, es bleibt also abzuwarten, wohin die Reise wirklich führt. Im Vereinigten Königreich, wo All Time Low durchaus sehr erfolgreich sind, könnte es jedoch eine herrliche Atmosphäre während den Konzerten und dank dieses Albums geben.
Und das halte ich von ‚Future Hearts‘
Einen Vergleich zu alten Alben zu wagen ist immer schwer, will sich die Band doch fortentwickeln und nicht immer an ihren alten Liedern gemessen werden. Eine solche Wertung ist natürlich auch immer höchst subjektiver Natur und hat grds. keinerlei Aussagekraft. Für mich sind „Nothing Personal“ und „Don’t Panic“ die beiden besten Album dieser Band und zugegebenermaßen kommt Future Hearts zum derzeitigen Zeitpunkt noch an keines dieser beiden Alben heran. Der Stil ist ein anderer, man zieht die Songs neu auf und will sie zu Großen machen - sowas spielte bei All Time Low früher keine Rolle. Live - und da bin ich mir sicher - wird das ganz großes Kino. Bis dahin eignet sich Future Hearts auf jeden Fall um es bei jeder Gelegenheit anzuhören, es ist und bleibt ein sehr gutes Album!
4/5
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