Samstag, 21. März 2015

Kraftklub in Concert - Würzburg, 20. März 2015

Kraftklub in Concert - Würzburg, 20. März 2015

Gestern war es also soweit. Das vorletzte Konzert der "In Schwarz" Tour von Kraftklub stand an, und dafür gastierten sie im supersonnigen Würzburg. Ursprünglich sollte das Konzert in der Posthalle (Kapazität: 2.100) stattfinden, wurde jedoch aufgrund sehr großer Nachfrage in die S.Oliver Arena (Kapazität: 4.756) hochverlegt, welche letztlich auch ausverkauft war.

Kiste mit K

Selbstverständlich galt es auch in Würzburg die ominöse "Kiste mit K" zu finden. Um ganz ehrlich zu sein: ich weiß bis heute nicht, wo sie eigentlich lag. Ich bin kein Würzburger, kenn mich in der Stadt genauso gut wie am Nordpol aus und bin auch sonst kein wandelndes Navigationssystem. Jedoch wurde sie gefunden, und die Jungs von Kraftklub waren persönlich anwesend, um dem glücklichen Gewinner (welcher extra dafür die Schule geschwänzt hat) zu seinem Gewinn zu gratulieren. Aber die Kiste mit K wäre nicht die Kiste mit K, wenn man nicht etwas dafür tun müsste. Aber bevor ich euch das alles erzähle, seht selbst:


PS an dieser Stelle: Ich hab keine Ahnung, warum sich das Video nicht einbinden lässt. I'm sorry.

Der Anfang

Wir trafen um 13:00 Uhr in Würzburg vor der S.Oliver Arena ein und waren natürlich nicht die Ersten vor Ort. 4,5 Stunden vor Einlass ist heutzutage eben einfach zu spät, und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Aber man hat Zeit irgendwie um die Ohren geschlagen, das Wetter spielte ja wunderbar mit - 4,5 Stunden Sonne tanken und sich nebenbei noch einen leichten Sonnenbrand holen. Aber wer Kraftklub sehen will, muss hart im Nehmen sein. Um ehrlich zu sein hätte man auch zwei Stunden später kommen können und wäre an der selben Position gesessen. Wirklich eng wurde es erst gegen 16:30 Uhr, gefolgt von einigen Aufstehpaniken, die aber schnell durch die sitzende Fratkion und sogar vom Veranstalter unterbunden wurden, welcher freundlicherweise darauf hinwies, dass der Einlass mit 15 Minuten Verzögerung stattfinden wird.

Die Vorband: Playfellow

Ich will ehrlich sein: Ich hatte keinerlei Erwartungen an diese Band, auf YouTube fand ich sie gar nicht mal so gut. Jetzt kommt das große Aber: Sie waren eigentlich wirklich großartig! Grandiose Musik, die instrumentalen Parts haben mir quasi die ganze Zeit eine Gänsehaut beschert, das war wirklich ganz großes Kino. Einziges Manko: Den Gesang hätte es nicht gebraucht, die Jungs und Mädels sind so hervorragende Instrumentalisten, wären sie eine Post-Rock Band, wäre ich ein großer Fan und würde mir sogar eine CD zulegen! An der Stelle muss man aber auch ehrlich sein: Die Jung sind zwar Kumpels von Kraftklub, aber als Vorband für eben jene eignen sie sich meiner Meinung nach rein gar nicht. Alles in Allem war es aber trotzdem ein rundum gelungener Auftakt von der sympathischen und herrlich melodischen Band Playfellow.

Kraftklub

Man lies es sich natürlich nicht nehmen, die Bühnenarbeit hinter einem Vorhang durchzuführen, um so die Spannung vielleicht etwas künstlich noch weiter nach oben zu treiben. Als der Vorhand dann gefallen ist, war die Halle quasi schon am Ausrasten. Ein halbtransparenter "KRAFTKLUB"-Vorhand verdeckte noch die Bühne, während die Jungs hinter dem Vorhang den ersten Song "Für Immer" anstimmten. Und glaubt mir wenn ich sage, dass es keine zwei Takte dauerte, bis uns eine Wand von hinten erdrückt hat, die komplette Halle am Explodieren war und die Party so richtig Fahrt aufnahm. "Eure Mädchen" und "Ich will nicht nach Berlin" hat dem Wahnsinn natürlich kein Ende gesetzt. Nach drei Liedern hat Felix aber schon um eine Auszeit gebeten, um einige doch sehr verängstigende Mädchen von der überaus netten Security aus dem Innenraum retten zu lassen. Danach ging es wie gehabt weiter, es war Eskalation pur, Schweiß überall auf der Haut und das war nicht nur der eigene. Die erste Überraschung folgte mit dem Song "Hand in Hand". Dieser wurde zuerst in einer akustischen Version angestimmt, um dann später in den fulminanten Ausbruch von Springen und Singen und purer Energie überzugehen und zu Enden. Die zweite Überraschung folgte direkt im Anschluss, da die Jungs es sich nicht haben nehmen lassen, auch ganz alte Songs zu spielen, und so durfte sich die S.Oliver Arena über "Juppe" freuen. Persönliches Highlight: "Irgendeine Nummer", mit ganz vielen Grüßen an die Ex. Playfellow kam nochmal mit einem Song zurück und performten den Ramones Klassiker "Blitzkrieg Bop". Das "Mit K Medley" rundete den ersten Block ab, die Jungs verschwanden und die Halle verlangte natürlich nach mehr.

Und das bekamen sie auch, jedoch nicht auf der Hauptbühne, sondern auf einer zweiten Bühne in der Mitte der Menge. Von der zweiten Bühne ging es per Crowdsurfing-Wettbewerb wieder zurück nach vorne und es ging energiereich weiter, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Nach einer eigenwilligen Interpretation des Beatles Songs "Hey, Jude", welcher zu "Na Na Na Na Na Na Na, Na Na Na Na Wenn du mich küsst" umgewandelt wurde, war das zweite Set beendet.

Aber selbstverständlich war das immer noch nicht alles! Die schreiende Menge stimmte von selbst den Song "Scheissindiedisko" an, und diesen bekamen sie auch - mit voller Power. Aber irgendwann muss alles zu Ende gehen, aber der perfekte Abschluss zu einem absolut grandiosen Konzert kam mit "Randale", bei dem die komplette Halle noch mal alles gab.

Meine Gedanken

Ich habe ein sehr zweigeteiltes Bild zu dem Konzert.

Allem voran gilt unendlicher Dank der Security. Noch nie in 93 Konzerten habe ich eine so freundliche, lustige, interaktive und engagierte Security gesehen. Das gesamte Konzert über wurde Wasser auf Nachfrage verteilt, uns wurde mit dem Handtuch frische Luft zugewedelt und es wurde immer nachgefragt, ob es uns noch gut geht, oder ob es uns zu viel wird und wir rausgezogen werden möchten. Ich hab mich wirklich wohl und sicher gefühlt, solch einen Einsatz habe ich noch nie erlebt. Grandios, tausend Dank! Auch ganz viel Dank an die beiden Mädels vor uns, die ein Banner aufgehangen und der Band somit eine Freunde beschert haben. Gern haben wir den Platz für euch freigehalten und natürlich wieder hergegeben! Und ihr wisst gar nicht, wie glücklich ihr mich mit der Setlist gemacht habt!

Was kacke war: das Publikum. Das tut mir ja jetzt wirklich Leid, aber ich habe auch selten bis nie ein so asoziales Publikum erlebt. Während dem ersten Song schon "Kraftklub ist scheiße", "Hurensohn" und "K.I.Z." Rufe anstimmen gehört sich für mich einfach nicht. Bezeichnend ist, dass das gerade von irgendwelchen halbstarken, jugendlichen, ach so coolen Typen kommt (btw, ich bin selbst erst 19, aber ich hab mich wirklich geschämt und war wütend). Auch, dass man Schuhe, die im Pit verloren gehen nicht einfach vorsichtig nach vorne gibt, sondern mutwillig auf die Bühne und v.a. auf Felix wirft, ist ein absolutes No-Go. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Zum Glück fanden die Jungs das nicht so schlimm, aber mir wäre auf der Bühne nach dem 20. Schuh die Lust vergangen.

Alles hat ein Ende, auch ein Kraftklub Konzert hat eins

Trotz allem, was nicht so prall war, ich würde es jederzeit wieder machen. Kraftklub live ist geil, das ist Eskalation pur, hier kann man abgehen ohne dafür schief angeschaut zu werden. Die Jungs bieten eine absolut energiereiche Show, sind zurecht erfolgreich und ich hoffe, dass sie sich treu bleiben werden und auch weiterhin ihr Ding durchziehen.

Eine kleine Ausbeute hab ich mir auch gegönnt, aber seht auch hier selbst.


Setlist

01 Für immer
02 Eure Maedchen
03 Ich will nicht nach Berlin
04 Alles wegen dir
05 Mein Leben
06 2 Dosen Sprite
07 Unsere Fans
08 Meine Stadt ist zu laut
09 Hand in Hand (Akustik vs. Original)
10 Juppe
11 Irgeneine Nummer
--- Blitzkrieg Pop ---
12 Wie ich
13 Mit K Medley

Encore #1
14 Deine Gang
15 Blau
16 Karl-Marx-Stadt
17 Schuesse in die Luft
18 Songs für Liam

Encore #2
19 Randale
20 Scheissindiedisko

1 Kommentar:

  1. Hey, ein guter Bericht! :)
    Die Kiste mit K wurde übrigens am unteren Markt in Würzburg auf den festen Marktständenversteckt.
    Die Vorband fand ih ebenso wie du als Vorband irgendwie nicht so den Burner, da der Job ja eigentlich sein sollte, die Stimmung ein bisschen anzuheizen (das war aber ja dann eh nicht mehr nötig, als KK gekommen sind). Ich persönlich fand es ein bisschen schade, dass es nicht die Still Trees waren, die davor Vorband waren, die sind letzten Sommer auf dem Kosmonaut ziemlich abgegangen.
    Das mit den Zwischenrufen ist mir persönlich ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen, obwohl wir gar nicht sooo weit hinten standen, da vor der Bühne/Technik in der Mitte..
    Es war einfach ein legendäres Konzert, ich freu mich schon aufs Kosmonaut, da wird das "Problem" mit der Luft und dem Schweiß nicht so:D Grüße ;)

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