Freitag, 27. März 2015

Der Ring - Grüne Hölle Rock 2015: Hat es sich ausgerockt?

Der Ring - Grüne Hölle Rock 2015: Hat es sich ausgerockt?


"Der Ring - Grüne Hölle Rock", welches am letzten Maiwochenende am Nürburgring stattfindet, sollte DAS neue Festival für die Metalfraktion Deutschlands werden. Jedenfalls in den Augen der DEAG, dem Veranstalter.

Doch aktuellste Entwicklungen sprechen eine deutlich andere Sprache: schlechte Ticketverkauefe, Verlegung oder gar eine Absage. Doch langsam, widmen wir uns einem nach dem anderen.


Was ist "Der Ring" überhaupt?


"Der Ring" findet planmäßig vom 29.05. - 31.05. am Nürburgring statt, eben jener Location, welche Jahrzehnte als Kulisse für das legendäre Festival "Rock am Ring" diente. Letztes Jahr wurde bekannt, dass Rock am Ring nicht länger am Nürburgring gastieren wird, die neue Spielstätte ist ein Flugplatz in der nicht unweit des Nürburgrings gelegenen Gemeinde Mendig. Die DEAG - der Veranstalter von "Der Ring" - kaufte sich rein und wollte ein eigenes grosses Festival, welches ebenso legendär sein sollte, etablieren.

Man könnte sagen, der Plan ging nicht ganz auf. Ursprünglich sollte ausschliesslich die Metal, Hard-Rock bzw. Hardcore Schiene bedient werden und dem Giganten "Wacken" (und natürlich auch Rock am Ring) Konkurrenz gemacht werden. Da kommt aber die Frage auf: Wieso findet man Bands wie den Headliner (!) Muse auf solch einem Festival, welches ein völlig anderes Genre anstrebt? Auch Bonaparte, Interpol oder The Hives passen wenig bis gar nicht in das Gesamtbild hinein. Aber nun gut.

Man sollte wissen, dass "Der Ring" nicht alleine daherkommt. Als kleine Schwestern werden die beiden Festivals "Rockavaria" in München und "Rock in Vienna" in (surprise) Wien ausgerichtet. Sie weisen ein quasi identisches Line Up auf, werden ebenfalls von der DEAG ausgerichtet und sollen den revolutionären Wandel im sowieso schon überfüllten Festivalmarkt bringen. Geniale Idee.


Die Realität ist hart, der Partner CNG rebelliert


Nun stellte sich heraus, dass der Plan eher schief geht, wie die Wirtschaftswoche berichtet.

Die CNG (Capricorn Nürburgring, Geschäftsführung des Nürburgring) möchte schon aus dem derzeit bestehenden Fünfjahresvertrag austreten, bevor das Festival "Der Ring" überhaupt ein einziges Mal stattgefunden hat.

Gründe gibt es viele. Zum einen bestehen bereits jetzt Kosten i.H.v. 3,5 Millionen Euro - dem steht ein bisheriger Vorverkaufserlös von lediglich 800.000 Euro gegenüber. Die nächste Vorauszahlung für Künstlergagen (immerhin 127 Millionen Euro) kann demnach nicht gedeckt werden. Die DEAG fordert nun Liquidität von der CNG - warum eigentlich auch nicht? Laut DEAG gibt es zwar kein Liquiditätsproblem, aber mit mehr Geld lebt es sich wohl einfach besser. Die CNG sollte die Künstlergagen zur Hälfte übernehmen, hat bisher aber noch nichts dazu beigetragen - auf Nachfrage gab es keine Stellungnahme.

Auch auf die Nachfrage, ob "Der Ring" nun abgesagt wird gab es keinen Kommentar. Schweigen ist nunmal auch eine Antwort.


Die Verlegung von "Der Ring"


Laut DEAG steht aber ein Verlegung des Festivals im Raum. Dazu behaupte ich mal folgendes: zwei Monate vor Festivalbeginn ist das unmöglich. Man benötigt eine neue Location und muss sich über das Sicherheitskonzept bewusst werden (z.B. Konzepte für die Security, Polizei, Feuerwerk, DRK, etc.), was vor allem nach Katastrophen wie der Love Parade in Duisburg sicherlich nicht an einem Tag von statten geht. 2015 dürfte eine Verlegung quasi ausgeschlossen sein. Ob das Festival 2016 überhaupt, und wenn ja an einem anderen Ort stattfindet, steht noch in den Sternen.


Die prekäre Lage an der Ticketfront


Anfang Februar waren laut Aussagen der DEAG für "Der Ring" lediglich 7.500 Karten verkauft worden. Es fehlen als nur schlappe 80.000 Karten bis zum Ausverkauf und der 'schwarzen Null'. Zu Beginn wollte die DEAG nach eigener Aussage auf Tagestickets verzichten - man versprach sich blühende Vorverkaufszahlen. In der Realität gab es bereits zweieinhalb Monate vor dem Festival erste Tagestickets zu kaufen - 10.000 Tickets für jeden Tag.

Für den einen Zwilling (oder Drilling?) "Rockavaria" in München wurden bei einer Kapazität von 68.000 Besuchern bisher rund 33.000 Tickets verkauft - Drei-Tages-Karten und Tagestickets wohlgemerkt! Auch bei "Rock in Vienna" läuft es nicht rosig: bei einer maximalen Kapazität von 60.000 Besuchern wurden 16.000 Tickets an Mann und Frau gebracht. Das entspricht 56.500 verkauften Tickets bisher - damit wäre noch nicht mal "Rock in Vienna" alleine ausverkauft.

Aber bei der DEAG ist man weiter optimistisch (oder realitätsfern) und kommentiert diese schwachen Vorverkaufszahlen nicht, denn man ist sich sicher, die Hütte am Ende voll zu bekommen. Da sie nur noch 151.500 Karten verkaufen müssen - und damit in zwei Monaten etwa zweieinhalb Mal so viele wie in bisher fünf Monaten. Läuft.


Demnächst bei der DEAG


In der kommenden Woche soll mehr bekannt gegeben werden, man darf also gespannt bleiben ob der Zukunft des Festivals "Der Ring - Grüne Hölle Rock". Denn ein Hölle könnte es für den Veranstalter werden.

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